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<card id="card9" title="Roemische Elegien IV">
<p>
Froh empfind ich mich nun auf klassischem Boden begeistert;/
<br/>Vor- und Mitwelt spricht lauter und reizender mir./
<br/>Hier befolg ich den Rat, durchblaettre die Werke der  Alten/
<br/>Mit geschaeftiger Hand, taeglich mit neuem Genuss./
<br/>Aber die Naechte hindurch haelt Amor mich anders beschaeftigt;/
<br/>Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt  beglueckt./
<br/>Und belehr ich mich nicht, indem ich des lieblichen Busens/
<br/>Formen spaehe, die Hand leite die Hueften hinab?/
<br/>Dann versteh ich den Marmor erst recht; ich denk und vergleiche,/
<br/>Sehe mit fuehlendem Aug, fuehle mit sehender Hand./
<br/>Raubt die Liebste denn gleich mir einige Stunden des Tages,/
<br/>Gibt sie Stunden der Nacht mir zur Entschaedigung hin./
<br/>Wird doch nicht immer gekuesst, es wird vernuenftig gesprochen;/
<br/>Ueberfaellt sie der Schlaf, lieg ich und denke mir viel./
<br/>Oftmals hab ich auch schon in ihren Armen gedichtet/
<br/>Und des Hexameters Mass leise mit fingernder Hand/
<br/>Ihr auf den Ruecken gezaehlt. Sie atmet in lieblichem Schlummer,/
<br/>Und es durchgluehet ihr Hauch mir bis ins Tiefste die Brust./
<br/>Amor schueret die Lamp indes und denket der Zeiten,/
<br/>Da er den naemlichen Dienst seinen Triumvirn getan.
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