Vor dem Sommerregen-Interpretation und Analyse

Von den frühen Prager Gedichten über Cornet, Neue Gedichte, Sonette und Elegien bis zum lyrischen Grabspruch

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RilkeLyrik91
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Vor dem Sommerregen-Interpretation und Analyse

Beitrag von RilkeLyrik91 » 7. Jan 2013, 20:18

Hallo :D
ich bin ganz neu hier und bin froh, dass es ein Rilkeforum gibt! Habe in der Schule damals schon von Rilke gehört und neulich in der Uni haben wir uns mit einigen bekannten Gedichten befasst. Jetzt habe ich mir die "Gedichtsammlung" gekauft und dort einige andere schöne Gedichte gefunden. Besonders angesprochen hat mich das Sonett "Vor dem Sommerregen" aus den neuen Gedichten :) Leider finde ich im Internet garnichts zu diesem Gedicht, weder Interpretationen noch Analysen :/ schade eigentlich, dass dieses Gedicht nicht so bekannt ist...Interpretieren kann man natürlich individuell, würde aber wirklich gerne eure Meinung hören! Als ich mir das Gedicht laut vorgelesen habe, hatte ich zugegeben leichte Probleme mit der Betonung :( würdet ihr sagen, dass es jambisch ist?

ich freu mich auf eure Antworten!! :wink:

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lilaloufan
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Re: Vor dem Sommerregen-Interpretation und Analyse

Beitrag von lilaloufan » 7. Jan 2013, 20:54

Guten Tag und Willkommen RilkeLyrik91,
zunächst einmal: Dieses Sonett mit den formtypischen Jamben – hier der Link zum Gedicht auf rilke.de – ist in unserem Forum schon vor zehn Jahren (Thema 137) und dann noch einmal in Thema 1571 besprochen worden. Vielleicht magst Du das erst mal anklicken, und dann sprechen wir über Deine eigenen Ideen und Fragen dazu?

Danke für Deine Freude über unser Forum – viele Grüße,
lilaloufan
»Wir tragen leidenschaftlich den Honig des Sichtbaren ein, um ihn im großen goldenen Bienenstock des Unsichtbaren anzuhäufen.«

RilkeLyrik91
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Re: Vor dem Sommerregen-Interpretation und Analyse

Beitrag von RilkeLyrik91 » 7. Jan 2013, 21:31

Danke für die Links, durch googlen bin ich auch darauf gekommen und auf dieses Forum überhaupt erst aufmerksam geworden :D zusätzlich suche ich halt eher wissenschaftliche Informationen, eine Analyse und vllt inwiefern Reimschema/Kadenzen/Metrum sich auch auf das Gedicht beziehen, das find ich zum Beispiel immer sehr interessant...

Danke nochmal :)

stilz
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Re: Vor dem Sommerregen-Interpretation und Analyse

Beitrag von stilz » 13. Jan 2013, 22:08

Hallo RilkeLyrik91 (ich bin neugierig: wieso gerade 91?),

in diesem Zusammenhang fallen mir auch die Aufsätze Nancy Thuleens ein, hier habe ich vor ein paar Jahren einige Gedanken dazu geäußert – vielleicht interessiert Dich, was sie über den kleinen „Zyklus“ zu sagen hat, den sie in den Gedichten um die „Blaue Hortensie“ erblickt.

Was mir in dem Gedicht „Vor dem Sommerregen“ jetzt beim Wiederlesen bemerkenswert erscheint, das ist der Satz:

  • man fühlt ihn näher an die Fenster kommen
    und schweigsam sein.

„ihn“ --- das kann sich wohl nur auf den „Sommerregen“ im Titel beziehen.
Das wird mir beim Lesen aber nicht sofort bewußt, sondern erst im Nachhinein – denn ich bin es nicht gewohnt, für das inhaltliche Verständnis eines Gedichtes den Titel ebenso miteinzubeziehen wie „das Gedicht selber“.
Und dieses Erlebnis, daß mir das erst im Nachhinein bewußt wird --- das erinnert mich an das in den Zeilen davor Geschilderte: daß „ein Etwas“ nicht mehr da ist in „allem Grün“, auch das bemerken wir erst im Nachhinein, wenn es bereits „fortgenommen“ ist...

Das ist natürlich keine „wissenschaftliche Information“, sondern nur meine persönliche Assoziation.
Danke für Deine anregenden Fragen!

Herzlichen Gruß,
stilz
"Wenn wir Gott mehr lieben, als wir den Satan fürchten, ist Gott stärker in unseren Herzen. Fürchten wir aber den Satan mehr, als wir Gott lieben, dann ist der Satan stärker." (Erika Mitterer)

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