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Der Versuch einer neuen Interpretation von Maltes Gott

Verfasst: 9. Mai 2010, 11:45
von Prometheus1410
bei stilz am 17. Feb 2009, 15:31 habe ich folgenes gefunden
Denn nur dem Einsamen wird offenbart,
und vielen Einsamen der gleichen Art
wird mehr gegeben als dem schmalen Einen.
Denn jedem wird ein andrer Gott erscheinen,
bis sie erkennen, nah am Weinen,
daß durch ihr meilenweites Meinen,
durch ihr Vernehmen und Verneinen,
verschieden nur in hundert Seinen
ein Gott wie eine Welle geht
.
ich sehe weiter Stellen die das vertiefen

Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.

Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Aber die Liebenden gehn
ewig hervor; denn aus dem Ewigen ist kein Ausweg


Nun gehen wir in die Quantenphysik
http://www.youtube.com/watch?v=FwBb9rSOVdo
Hier wird "Gott" gezeigt als immerwährendes Interferenzmuster (harmonische Schwingung), soweit die Teilchen Photonen ohne Kontrolle sich bewegen. Und hier liegt unser Drama. Wir bewerten, messen, beobachten, interpretieren, dadurch ist keine Bindung an die Harmonie also der Freiheit da, sondern Trennung und Disharmonie zwischen den Menschen, oder Mensch und Umgebung auch in sich selbst.
Einfacher sieht man das hier: http://www.mathe-online.at/materialien/ ... ngBild.gif in X und sonst nix. Pierre Teilhard de Chardin drückt es drastisch so aus: Das Lebendigste des Greifbaren ist das Fleisch. Und für den Mann ist das Fleisch die Frau, in dem Kapitel Das Weibliche oder das Einigene, S. 84 aus DAS HERZ DER MATERIE, Olten 1990 Ikkyu Sojun (1394-1481) sagt es so: „Die heiße Scheide einer schönen Frau ist voller Liebe. Ich habe es aufgegeben, das Feuer in meinem Körper zu löschen.“ Und ein paar Zeilen weiter: „Eine Frau bedeutet Erleuchtung, wenn bei eurem Zusammensein der rote Faden eurer gegenseitigen Leidenschaft in dir brennt und dich erkennen lässt. Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir lesen, essen, singen oder es miteinander treiben.“ Aus Gedichte von der verrückten Wolke
Und der die Bewegung der harmonischen Schwingung beobachtet, weiß nicht nur der Ottomotor bewegt den Kolben rauf und herunter. Heißt deshalb die harmonische Winkelgeschwindigkeit OMEGA und wird als umgekehrtes Herz gezeichnet? Das ganze Universum funtioniert danach, wie der Mond, der sich um die Erde dreht, und als Antlitz der Sonne gesehen wird, so ist sie das Antlitz Gottes was uns zeigt unsere Freiheit ist unsere Resonanz mit ihr, also die Bindung in der Harmonie der Schwingungen.

Re: Der Versuch einer neuen Interpretation von Maltes Gott

Verfasst: 18. Apr 2014, 12:02
von Friede-Rike
Ein wunderschöner Text! Ich mag ihn sehr und fühle jedes Mal die liebevollen und auch anheimelnden Schwingungen zwischen den Zeilen. Deine Verbindung zur Quantenphysik ist eine Möglichkeit, den Text zu interpretieren - wenn man es denn tatsächlich so "genau" braucht. Ich persönlich habe bei diesen Zeilen schon immer einfach nur "geträumt".

Re: Der Versuch einer neuen Interpretation von Maltes Gott

Verfasst: 11. Nov 2018, 11:24
von Georg Trakl
Mein lieber Prometheus! (Selbstbewusster Nickname übrigens)
Da anscheinend daran Interesse besteht, versuche ich in der Folge, mit einfachen Worten eine kurz gefasste Einführung in das Modell des in Ihrem Posting angezogenen Doppelspalt-Experiments - von Ihnen, Allerwertester, in einen beinahe 2 Zusammenhang gebracht - für von Quantenphysik weniger - wie Sie sagen würden - "beleckte" ForennutzerInnen und ohne erotischen Unterton zu geben:

Die folgende Erklärung basiert auf einem neuen Modell unserer Realität, das sowohl Physik als auch Metaphysik erklären kann. In diesem Modell wird angenommen, dass Bewusstsein die Grundlage für unsere Realität bildet und dass Materie virtueller Natur ist. Die Annahme, dass wir in einer virtuellen Realität leben, scheint nicht mehr ganz so weit hergeholt, wenn man mal die Erkenntnisse der Physik betrachtet : Wenn man sich tiefer und tiefer in die Struktur der Materie begibt, so ist unbestritten, dass Atome zu 99,9% aus leerem Raum bestehen. Im Bohr'schen Atommodell, das heute in der Schule gelehrt wird, gibt es den Atomkern und um diesen kreisen die Elektronen. Aber Atomkern und Elektronen nehmen einen verschwindend geringen Raum ein und 99,9% des Atoms ist schlicht und einfach leer. Wenn man eine Ebene tiefer schaut und den Atomkern betrachtet, so entdeckt man, dass sich das Muster wiederholt: Auch der Atomkern selbst besteht fast nur als leerem Raum.
Wenn aber die Struktur, welche die Grundlage für Materie bildet, zu 99,9% aus leerem Raum besteht, könnte man auch sagen, dass die Information über die Materie von wesentlicher Bedeutung ist. In dem neuen Realitätsmodell, das dieser Erklärung zugrunde liegt, wird deshalb dieser Information über die Materie eine wichtigere Rolle zugewiesen als der Materie selbst. Materie ist in diesem Modell nur eine abgeleitete Größe der Meta-Informationen über die Materie.
Es ist wesentlich, die Idee hinter diesem Modell zu verstehen, deshalb soll sie an dieser Stelle nochmal mit anderen Worten wiedergegeben werden: In einer Realität, wo Bewusstsein und Information primäre Größen sind, ist Materie nur eine Projektion. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor einer transparenten Leinwand und jemand den Sie nicht sehen können, erzeugt Schattenspiele auf der Leinwand indem er verschiedene Gegenstände zwischen Lichtquelle und Leinwand hält. Alles was Sie sehen können, sind die Schatten aber der Schatten ist nicht "der wirkliche Gegenstand" er ist nur dessen Projektion. In diesem Modell existiert der "wirkliche Gegenstand" nur in Form von Informationen außerhalb der Raumzeit und die Repräsentation des Gegenstands in der Raumzeit ist ähnlich wie ein drei-dimensionaler Schatten.
In diesem Realitätsmodell wird Materie nur "gerendert", wenn ein bewusster Beobachter hinschaut. Der Begriff "rendern" wird hier im gleichen Zusammenhang benutzt wie bei der Programmierung eines 3D-Computerspiels: Er bedeutet, dass ein graphisches Element (z.B. ein Gegenstand) berechnet und auf dem Bildschirm dargestellt wird, sobald der Spieler seinen Kopf in Richtung des Gegenstands dreht und der Gegenstand dadurch ins Sichtfeld des Spielers gelangt. Sobald er in eine andere Richtung schaut, wo er den Gegenstand nicht sehen kann, braucht der Gegenstand nicht gerendert zu werden. Dies bedeutet aber nicht, dass der Gegenstand in diesem Moment nicht existiert, er existiert aber nur in Form von Information.
Nun wenden wir das beschriebene Realitätsmodell auf das Doppelspalt-Experiment an: Jedes Partikel, das man mit bloßem Auge nicht sehen kann, braucht auch nicht gerendert zu werden. Es existiert also erstmal nur auf der Ebene der Information. Wenn das Elektronen-Gewehr also Elektronen in Richtung des Doppelspalts schießt, fliegt da nicht wirklich ein Elektron als Teilchen, sondern es fliegt nur die Information über das Elektron in Richtung Doppelspalt. Quantenphysiker benutzen in diesem Zusammenhang häufig den Begriff "Wahrscheinlichkeitsverteilung". Dieser Begriff bedeutet folgendes : Das Elektron existiert - solange kein bewusster Beobachter irgendeine Messung an ihm vornimmt - nur als eine "Wahrscheinlichkeitswolke" in der Raumzeit. Der genaue Ort, wo sich das Elektron befindet ist somit unbestimmt und er wird erst in dem Moment bestimmt, wenn man eine Messung (z.B. durch einen Elektronen-Detektor) macht. In diesem Fall kollabiert die Wahrscheinlichkeitsverteilung an einem bestimmten Punkt in der Raumzeit und dort wird dann das Elektron "gerendert" so dass man es sehen (messen) kann.
Nun ersetzen wir also in Gedanken das Elektron, das wir uns bisher immer als Teilchen vorgestellt hatten, durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung - gedacht in Form einer Wolke - die auf den Doppelspalt zufliegt. Wenn nun am Doppelspalt Detektoren angebracht sind, die auch richtig messen und die Daten aufzeichnen, so bedeutet dies, dass eine Messung durch einen bewussten Beobachter am Doppelspalt erfolgen wird. Somit kollabiert die Wahrscheinlichkeitsverteilung am Doppelspalt und das Elektron wird an einem der beiden Spalte gerendert (und zwar an dem wo es nach der Wahrscheinlichkeitsverteilungsfunktion "wahrscheinlicher" ist). Da das Elektron nun für die Messung gerendert wurde, existiert es nicht mehr als Wahrscheinlichkeitsverteilung. Es kann also nicht mit irgend etwas wechselwirken und dadurch ein Interferenzmuster erzeugen. Stattdessen fliegt es, wie man es von einem Materieteilchen erwarten würde - in einer graden Linie Richtung Schirm und hinterlässt dort einen einzelnen hellen Streifen.
Wenn man sich nun den Fall vorstellt, dass die Detektoren am Doppelspalt keine Daten aufzeichnen, so bedeutet dies, dass die Wahrscheinlichkeitswolke nicht kollabiert. Sie fliegt somit als Wolke durch den Doppelspalt und zwar zum Teil durch den linken und zum Teil durch den rechten. Auf der anderen Seite wechselwirken nun die beiden Wahrscheinlichkeitswolken miteinander und es entsteht ein Interferenzmuster, allerdings nur auf der "abstrakten Ebene der Information". Die Wahrscheinlichkeitsverteilung kollabiert in diesem Fall erst in dem Moment, wo sie auf den Schirm trifft, denn dann findet eine Messung statt und die auf den Schirm treffende Verteilung zeigt dann ein Interferenzmuster auf, was zu einem Muster aus hellen und dunklen Streifen auf dem Schirm führt.

Ich hoffe diese kurze - und durchaus unvollständige - Interpretation der Ergebnisse des Doppelspalt-Experiments war hilfreich und hat geholfen zu verstehen, dass unsere Realität eventuell ganz anders ist, als wir bisher dachten.

Herzlich, Georg Trakl jun.

Re: Der Versuch einer neuen Interpretation von Maltes Gott

Verfasst: 28. Apr 2019, 11:33
von Georg Trakl
Friede-Rike hat geschrieben:
18. Apr 2014, 12:02
Ein wunderschöner Text! Ich mag ihn sehr und fühle jedes Mal die liebevollen und auch anheimelnden Schwingungen zwischen den Zeilen. Deine Verbindung zur Quantenphysik ist eine Möglichkeit, den Text zu interpretieren - wenn man es denn tatsächlich so "genau" braucht. Ich persönlich habe bei diesen Zeilen schon immer einfach nur "geträumt".
Jaja, meine liebe Friede-Rike! Ich kann gut verstehen, dass Sie die von Prometheus angesprochene Metapher einer Symbiose Ottomotor und schwingende Kolbenbewegungen - zumindest - ins Träumen zu bringen vermag. Wer spürte nicht gerne diese Empfindungen (trotz nicht vorhandener Doppelspalte) tief in sich ... Träumen Sie weiter, draußen wird es auch schon feucht ...